Meister Eckhart Zitate uber die Seele
Die Seele bringt Person hervor, wenn Gott in sie lacht – und sie lacht zurück zu ihm. Sinngemäß gesprochen: Der Vater lacht in den Sohn hinein, und der Sohn lacht zurück in den Vater; und dieses Lachen erzeugt Zuneigung, und Zuneigung erzeugt Freude, und Freude gebiert Liebe, und Liebe gebiert Person, und Person gebiert den Heiligen Geist.
Nun freut euch, ihr Kräfte meiner Seele, dass ihr so mit Gott vereint seid, dass euch niemand von Ihm trennen kann. Ich kann Ihn nicht vollständig loben und nicht vollständig lieben—darum muss ich sterben und mich in die göttliche Leere werfen, bis ich von der Nicht-Existenz zur Existenz aufstehe.
Gnade ergießt alle Schönheit in die Seele … Die Seele bedeutet die Welt.
Ein Mensch hat so viele Häute in sich – die Tiefen des Herzens bedeckend. Wir wissen so vieles, aber wir kennen uns selbst nicht! Warum, dreißig oder vierzig Häute oder Felle, so dick und hart wie Ochsen- oder Bärenhaut, bedecken die Seele. Geh in deinen eigenen Grund hinein und lerne dort, dich selbst zu erkennen.
Niemand weiß, was die Seele ist. Aber das, was wir wissen, ist: Die Seele ist der Ort, an dem Gott Mitgefühl wirkt.
Wenn die Seele etwas erfahren will, wirft sie ein Bild vor sich hin und tritt dann in dieses Bild hinein.
Ich habe in meiner Seele die Fähigkeit, Gott ganz in mir aufzunehmen. Ich bin so sicher wie ich lebe: Nichts ist mir so nah wie Gott.
Die Seele wächst nicht durch Hinzufügung, sondern durch Wegnahme.
Gott ist in allem, aber soweit Gott göttlich ist und soweit Er vernünftig ist, ist Gott nirgends so recht gegenwärtig wie in der Seele—im Innersten der Seele.
Alles ist dazu bestimmt, verloren zu gehen—damit die Seele in ungehindertes Nichts stehen kann.
Wenn Gott seinem Engel zur Seele sendet, wird sie diejenige, die es ganz sicher weiß.
Wo Intuition findet, folgt die Liebe; und ebenso Gedächtnis und die ganze Seele.
Gott findet man nicht in der Seele, indem man etwas hinzufügt, sondern durch einen Prozess des Wegnehmens.
Die Seele liebt den Körper. Und bedenke auch, wie der Körper mehr in der Seele ist, als die Seele im Körper.
Philosophen sagen, die Seele sei zweigesichtig: ihre obere Seite schaut die ganze Zeit auf Gott, und ihre untere Seite blickt etwas nach unten und informiert die Sinne; und die obere Seite, die der Gipfel der Seele ist, liegt in der Ewigkeit und hat nichts mit der Zeit zu tun: Sie kennt weder Zeit noch Körper.
Behandle alle Dinge so, als wären sie dir geliehen, ohne dass du Eigentümer bist—ob Leib oder Seele, Sinn oder Kraft, äußere Güter oder Ehren, Haus oder Halle… alles.
Wenn Gott der Seele seine ganze Schöpfung gäbe, würde sie nicht davon erfüllt sein, sondern nur von sich selbst.
