Swami Paramananda Zitate uber die Seele
Die Vorstellung von Lohn und Strafe entspringt ebenfalls diesem Gesetz. Was wir säen, müssen wir ernten. Es kann nicht anders sein. [...] Wenn jemand sein ganzes Leben in bösem Denken und im Unrecht verbringt, dann ist es für ihn nutzlos, nach Glück im Jenseits zu suchen; denn unser Jenseits ist kein Zufall, sondern folgt als Reaktion auf unser gegenwärtiges Handeln. [...] Doch wir sollten nie aus dem Blick verlieren, dass all diese Vorstellungen von Lohn und Strafe im Bereich der Relativität oder Endlichkeit existieren. Keine Seele kann jemals durch ihre endlichen bösen Taten für immer verdammt sein; denn Ursache und Wirkung müssen immer gleich sein. So sehen wir mit gesundem Menschenverstand, dass die Theorie von ewiger Verdammnis und ewigem Himmel unmöglich und unlogisch ist, weil keine endliche Handlung ein unendliches Ergebnis hervorbringen kann. Daher ist nach Vedanta das Ziel der Menschheit weder zeitliches Vergnügen noch Schmerz, sondern Mukti — absolute Freiheit. Und jede Seele schreitet bewusst oder unbewusst auf dieses Ziel zu, durch die verschiedenen Erfahrungen von Leben und Tod.
Unsere Gedanken müssen sich auf ein Objekt ausrichten. Je nachdem, was ein Mensch denkt, kann er eine Atmosphäre von Glanz, Überschwang und Auftrieb erschaffen—und das bringt Freude. Oder er trägt düstere Stimmung mit sich. Es ist eine Frage der Gewohnheit des Denkens. Wir müssen unser eigenes Leben durch unsere Gedanken aufbauen. Es gibt viele Wege, das zu tun. Kunst, Musik, ja sogar manuelle Arbeit können die Seele reifen lassen.
Wer das Selbst überall erkennt, schrumpft vor nichts zurück. Denn durch sein höheres Bewusstsein fühlt er sich mit allem Leben vereint. Wenn ein Mensch Gott in allen Wesen sieht und alle Wesen in Gott – und wenn er auch erkennt, dass Gott in seiner eigenen Seele wohnt: Wie könnte er irgendein lebendes Wesen hassen? Trauer und Verblendung ruhen auf dem Glauben an Verschiedenheit. Dieser Glaube führt zu Wettbewerb und zu allen Formen von Egoismus. Mit der Erkenntnis der Einheit verschwindet das Gefühl der Verschiedenheit, und die Ursache des Elends ist entfernt.
Es bewegt sich – und es bewegt sich nicht. Es ist fern und zugleich ist es nah. Es ist in allem und zugleich außerhalb von allem. Es ist denen nahe, die die Kraft haben, es zu verstehen; denn es wohnt im Herzen eines jeden. Doch es scheint fern denen, deren Geist von den Wolken der Sinnlichkeit und der Selbsttäuschung bedeckt ist. Es ist inwendig, weil es die innerste Seele aller Geschöpfe ist; und es ist auswendig als das Wesen der gesamten äußeren Welt – es erfüllt sie wie ein allgegenwärtiger Äther.
