Ohne das Verstehen des Selbstprozesses gibt es keine Grundlage für Gedanken; ohne Grundlage für Gedanken gibt es keine Grundlage für rechtes Denken.
Was gebraucht wird, statt wegzulaufen oder zu kontrollieren, zu unterdrücken oder irgendeinen anderen Widerstand zu leisten, ist das Verstehen der Angst. Das heißt: sie beobachten, etwas über sie lernen, direkt mit ihr in Berührung kommen. Wir sollen über Angst lernen – nicht darüber, wie man vor ihr flieht.
Wissen ist eine Sucht wie Trinken; Wissen bringt kein Verstehen. Wissen kann gelehrt werden, aber nicht Weisheit; es braucht Freiheit vom Wissen, damit Weisheit kommen kann.
Meditation ist kein Rückzug aus dem Leben. Meditation ist ein Prozess des Verstehens von sich selbst.
Alle Autorität irgendeiner Art, besonders auf dem Gebiet des Denkens und Verstehens, ist das zerstörerischste Böse. Anführer zerstören die Gefolgsleute, und Gefolgsleute zerstören die Anführer. Du musst dein eigener Lehrer und dein eigener Schüler sein. Du musst alles hinterfragen, was der Mensch als wertvoll und notwendig akzeptiert hat.
Das Verstehen des Selbst entsteht nur in Beziehung: im Beobachten deiner selbst in Beziehung zu Menschen, Ideen und Dingen – zu Bäumen, zur Erde und zur Welt um dich herum und in dir. Beziehung ist der Spiegel, in dem das Selbst offenbar wird. Ohne Selbsterkenntnis gibt es keine Grundlage für rechtes Denken und rechtes Handeln.
Die Frage nach dem „richtigen“ Problem ist viel wichtiger, als die Antwort zu erhalten. Die Lösung eines Problems liegt im Verstehen des Problems; die Antwort liegt nicht außerhalb des Problems—sie ist im Problem.
Es gibt eine Effizienz, die von Liebe inspiriert ist – sie geht weit darüber hinaus und ist viel größer als die Effizienz der Ambition. Und ohne Liebe, die ein integriertes Verstehen des Lebens bringt, erzeugt Effizienz Grausamkeit.
Wenn der Geist entspannt ist, ohne sich anzustrengen; wenn er für ein paar Sekunden still ist—dann zeigt sich das Problem, und es wird gelöst. Das geschieht, wenn der Geist still ist: im Zwischenraum zwischen zwei Gedanken, zwischen zwei Antworten. In diesem Zustand kommt das Verstehen.
Ich weiß nicht, ob du je bemerkt hast: Je mehr du dich abmühst, um zu verstehen, desto weniger verstehst du irgendein Problem. Aber sobald du aufhörst zu kämpfen und das Problem dir die ganze Geschichte erzählen lässt – gib ihm seine ganze Bedeutung – dann ist da Verstehen. Und das heißt offensichtlich: Damit man versteht, muss der Geist still sein.
Alleinsein ist offensichtlich keine Isolation, und es ist auch nicht Einzigartigkeit. Einzigartig sein heißt nur, in irgendeiner Weise außergewöhnlich zu sein. Ganz allein sein aber verlangt außergewöhnliche Sensibilität, Intelligenz und Verstehen.
Im Gewahrsein gibt es kein Werden, und es gibt kein Ziel, das erreicht werden müsste. Es gibt stilles Beobachten ohne Wahl und ohne Verurteilung—daraus entsteht Verstehen.