Das Abbild, die scheinbare Wirklichkeit des Lebens, das aus der Seelenquelle in die fleischlichen Zellen scheint, ist die einzige Ursache der Bindung des Menschen an seinen Körper. Offensichtlich würde er einer Klumpen-Erde keine aufmerksame Verehrung erweisen. Ein Mensch identifiziert sich fälschlich mit seiner physischen Gestalt, weil die Lebensströme aus der Seele so intensiv in das Fleisch über Atem vermittelt werden, dass der Mensch die Wirkung für die Ursache hält und den Körper töricht so vorstellt, als habe er sein eigenes Leben.
Ein Meister des Kriya Yoga bezwingt den Tod, indem er die Seele über die Identifikation mit dem physischen Körper hinausführt – bewusst und nach eigenem Willen. Dann kehrt er wieder in das Bewusstsein der sterblichen Form zurück. Durch diesen Prozess erlebt er den Körper als bloßes materielles Wohnhaus der Seele. So lange er will, kann er darin bleiben; und nachdem der Körper seinen Nutzen erfüllt hat, kann er ihn nach Belieben verlassen, ohne körperlichen Schmerz oder geistigen Schmerz durch Anhaftung – und in sein allgegenwärtiges Zuhause in Gott eingehen.
Im spirituellen Leben wird man wie ein kleines Kind: ohne Groll, ohne Anhaftung, voller Leben und Freude.