Du existierst in der Zeit, aber du gehörst zur Ewigkeit—du bist eine Durchdringung der Ewigkeit in die Welt der Zeit—du bist unsterblich, du lebst in einem Körper des Todes—dein Bewusstsein kennt keinen Tod, keine Geburt—nur dein Körper wird geboren und stirbt—doch du bist dir deines Bewusstseins nicht bewusst—du bist dir deines Bewusstseins nicht bewusst—und das ist die ganze Kunst der Meditation: Bewusstwerden des Bewusstseins selbst.
Hilf den Menschen zu meditieren, denn es gibt nichts Kreativeres als Meditation. Jede Kunst und jede Kreativität kann durch Meditation enorm gesteigert werden. Wenn jemand Maler ist und anfängt zu meditieren, wird sein Malen einen plötzlichen Sprung machen—es wird unglaublich tiefgründig werden, denn was immer du malst, spiegelt deinen Geist. Wenn der Geist tiefer geht, wird auch dein Bild tiefer. Du malst deinen Geist. Was sonst könntest du malen? Du malst dich selbst.
Der wirklich schöpferische Mensch ist nicht daran interessiert, irgendwen zu beherrschen. Er freut sich so grenzenlos am Leben—er will erschaffen, er will mit Gott mitwirken. Kreativität ist Gebet. Und jedes Mal, wenn du etwas erschaffst, bist du in diesen Momenten mit Gott; du gehst mit Gott, du lebst in Gott. Je schöpferischer du bist, desto göttlicher bist du. Für mich ist Kreativität Religion. Kunst ist nur der Eingang zum Tempel der Religion.
Erinnere dich von diesem Augenblick an: Wähle immer das, was dir gut ist und auch anderen gut tut. Wähle Kreativität. Werde ein Segen für das Dasein—denn das ist der einzige Weg, wie wir Gott dazu bewegen können, ein Segen für uns zu werden. Das ist das einzige wahre Gebet: ein Segen zu werden für alle—für Menschen, für Tiere, für Bäume, für das Leben in all seinen Formen. Wenn man bewusst wach bleibt, lernt man langsam die Kunst; langsam wird sie ganz natürlich.
Moderne Kunst ist kindisch—nicht kindlich, merke: kindisch; nicht unschuldig, sondern dumm, verrückt, krankhaft. Wir müssen diese Richtung loswerden. Wir müssen eine neue Art von Kunst schaffen, eine neue Art von Kreativität. Wir müssen der Welt wieder geben, was Gurdjieff „objektive Kunst“ nennt.
Sei in diesem Sinn kreativ, und deine Kreativität wird zu einer Gabe an Gott. Gott hat dir so viele Gaben gegeben, Garima; es MUSS etwas getan werden – und zwar in tiefer Dankbarkeit. Aber bedenke: ohne Motiv, nicht als Mittel, sondern als Ziel in sich selbst. Kunst um der Kunst willen, Schöpfung um der Schöpfung willen, Liebe um der Liebe willen, Gebet um des Gebets willen.
Die höchste Kunst, die man lernen kann, ist die Kunst zu lieben. Und die höchste Kreativität, die daraus entsteht, wird aus einer Begabung geboren—aus Meditation.
Kunst um der Kunst willen, Schöpfung um der Schöpfung willen und Liebe um der Liebe willen.
Jeder ist mit der Fähigkeit geboren, sich zu erfreuen – aber nicht mit der Kunst. Die Menschen meinen, nur weil sie leben, atmen und existieren, wüssten sie, wie man sich erfreut. Das ist reine Dummheit. Genuss ist eine große Kunst, eine große Disziplin. So subtil wie Musik oder Poesie oder Malerei ist er. Und er ist die größte Kreativität.
Ob du nun erschaffst oder ein objektives Stück Kreativität beobachtest: Meditation sollte der Schlüssel sein. Ohne sie kann der Geist auf der Leinwand nur seine Albträume ausbreiten. Viele der Gemälde großer Maler – wie Paul Gaugin oder Picasso – sind fast wie Erbrechen. Sie konnten ihre Qual und ihr Leiden nicht enthalten; so warf(en) sie es auf die Leinwand, um Erleichterung zu bekommen. Wahre objektive Kunst ist keine Erleichterung; sie ist keine Krankheit, die du loswerden willst. Sie ist eine Seligkeit, die du teilen möchtest. Und indem du sie teilst, wächst sie: Je mehr sie geteilt wird, desto mehr davon hast du.
Objektive Kunst ist genau das Gegenteil. Der Mensch hat nichts wegzuwerfen—er ist völlig leer, absolut rein. Aus dieser Stille, aus dieser Leere entsteht Liebe, Mitgefühl, und aus dieser Stille entsteht eine Möglichkeit für Kreativität. Diese Stille, diese Liebe, dieses Mitgefühl—das sind die Eigenschaften der Meditation.