Carl Jung Zitate uber den Verstand
Der schöpferische Geist spielt mit dem Gegenstand, den er liebt.
Die Wissenschaft ist das Werkzeug des westlichen Geistes, und mit ihr kann man mehr Türen öffnen als mit bloßen Händen.
Der Geist ist zu dem gegenwärtigen Zustand seines Bewusstseins herangewachsen, wie eine Eichel zu einer Eiche wird—oder wie sich Reptilien zu Säugetieren entwickelten.
Es scheint für die Menschen sehr schwer zu sein, mit Rätseln zu leben oder sie leben zu lassen, obwohl man doch denken müsste, dass das Leben so voller Rätsel ist, dass ein paar weitere Dinge, die wir nicht beantworten können, keinen Unterschied machen würden. Vielleicht ist es aber genau das, was so unerträglich ist: In unserer eigenen Psyche gibt es irrationale Dinge, die den bewussten Geist in seinen scheinbaren Gewissheiten stören, indem sie ihn mit dem Rätsel seines Daseins konfrontieren.
Der Pendelgang des Geistes wechselt zwischen Sinn und Unsinn—nicht zwischen richtig und falsch.
Wer Angst hat, muss abhängig sein; ein schwaches Ding braucht Stütze. Deshalb hat der primitive Geist aus tiefen psychologischen Notwendigkeiten religiöse Unterweisung hervorgebracht und sie in einem Zauberer oder einem Priester verkörpert.
Geist und Materie sind zwei verschiedene Aspekte ein und derselben Wirklichkeit.
Ich weiß, dass ich zuvor es nicht gewagt hätte, mich so offen über eine so unsichere Angelegenheit zu äußern. Ich kann dieses Risiko eingehen, weil ich jetzt in meinem achten Lebensjahrzehnt bin, und die wechselnden Meinungen der Menschen beeindrucken mich kaum noch. Die Gedanken der alten Meister sind für mich von größerem Wert als die philosophischen Vorurteile des westlichen Geistes.
Das bewusste Denken mit idealen Vorstellungen zu füllen ist ein Merkmal westlicher Theosophie—aber nicht die Begegnung mit dem Schatten und der Welt der Dunkelheit. Man wird nicht erleuchtet, indem man sich Bilder von Licht vorstellt, sondern indem man die Dunkelheit bewusst macht. Dieses Vorgehen ist jedoch unangenehm und daher nicht beliebt.
Dank der Schärfe seines Geistes erkannte er die Armut philosophischen und gnostischen Wissens und verwarf es verächtlich.
