Du bist eine Funktion dessen, was das ganze Universum tut – ebenso wie eine Welle eine Funktion dessen ist, was der ganze Ozean tut.
Für die taoistische Denkweise bedeutet ein zielloses, leeres Leben nichts Niederschlagendes. Im Gegenteil: Es bedeutet die Freiheit von Wolken und Bergquellen, die nirgendwohin ziehen; von Blumen in unzugänglichen Schluchten—schön, ohne dass jemand sie sieht; und vom Meeresrauschen, das den Sand endlos wäscht—ohne Ende.
Du und ich sind alle ebenso mit dem physischen Universum verbunden wie eine Welle mit dem Ozean.
Wie die Wellen des Ozeans sich bewegen, so ist jeder von uns eine Welle des ganzen Kosmos—aller Werke, von allem, was ist.
Du selbst bist die ewige Energie, die als dieses Universum erscheint. Du bist nicht in diese Welt gekommen; du bist aus ihr hervorgegangen. Wie eine Welle aus dem Ozean.
In Wirklichkeit gibt es keine getrennten Ereignisse. Das Leben fließt wie Wasser—alles ist mit der Quelle des Flusses verbunden, und die Quelle ist mit der Mündung und dem Ozean verbunden.
Was du tust, ist genau das, was das ganze Universum an der Stelle tut, die du „hier und jetzt“ nennst—und du bist etwas, das das ganze Universum auf dieselbe Weise tut, wie eine Welle etwas ist, das der ganze Ozean tut… Das wahre Du ist keine Marionette, die das Leben herumstößt. Das wahre, tief unten liegende Du ist das ganze Universum.
Wir kommen nicht „in“ diese Welt; wir kommen aus ihr heraus—wie Blätter von einem Baum. Wie der Ozean „Wellen“ hat, so hat das Universum „Völker“. Jeder Einzelne ist ein Ausdruck des ganzen Bereichs der Natur, eine einzigartige Handlung des gesamten Universums.
Was wir als Tod, als leeren Raum oder als Nichts sehen, ist nur die Senke zwischen den Wellenbergen dieses endlos wehenden Ozeans. Es gehört alles zu der Illusion, dass es in der Zukunft etwas zu gewinnen gäbe und dass es dringend nötig sei, immer weiterzumachen, bis wir es bekommen. Doch so wie es keine Zeit gibt außer dem Jetzt und niemand außer dem All-und-allem, gibt es niemals etwas zu gewinnen – obwohl der Reiz des Spiels darin besteht, so zu tun, als gäbe es das.