Es ist höchst unmöglich, dass wir um Barmherzigkeit und Gnade bitten und sie nicht hätten.
Das ist der Wille unseres Herrn: dass unser Gebet und unser Vertrauen in gleicher Weise groß seien. Denn wenn wir unserem Herrn nicht ebenso sehr vertrauen wie wir beten, dann vollziehen wir in unserem Gebet keine vollkommene Anbetung—und wir zögern und leiden uns selbst. Der Grund ist, wie ich glaube, dass wir nicht wahrhaft wissen, dass unser Herr der Grund ist, aus dem unser Gebet aufsteigt. Und auch nicht, dass es uns durch die Gnade seiner Liebe gegeben ist. Wenn wir das wüssten, würde es uns dazu bringen, darauf zu vertrauen, dass wir durch die Gabe unseres Herrn alles erhalten, was wir begehren. Denn ich bin sicher: Kein Mensch bittet mit wahrer Bedeutung um Barmherzigkeit und Gnade—wenn ihm nicht zuerst Barmherzigkeit und Gnade gegeben werden.
Liebe und Furcht sind Geschwister; sie sind in uns verwurzelt durch die Güte unseres Schöpfers, und sie sollen uns niemals genommen werden – ohne Ende. Von Natur aus haben wir Liebe; und aus Gnade haben wir Liebe. Von Natur aus haben wir Furcht; und aus Gnade haben wir Furcht.
Gebet ist die bewusste, beharrliche Handlung der Seele. Es ist wahr und beständig und voller Gnade. Das Gebet bindet die Seele an Gott und macht sie eins mit Gottes Willen.
Wir geben unser Wollen hin zu Liebe und Sanftmut; durch das Wirken von Barmherzigkeit und Gnade werden wir ganz anständig und rein.
Wenn wir durch das Wirken von Barmherzigkeit und Gnade sanftmütig und mild gemacht werden, sind wir vollkommen sicher. Plötzlich ist die Seele mit Gott eins, wenn sie wirklich in sich selbst zur Ruhe gekommen ist: Denn in Ihm ist kein Zorn.
Unser Herr ist der Grund, aus dem unser Gebet wächst; und in seiner Liebe und Gnade gibt Er uns selbst unsere Gebete.