Paramahamsa Prajnanananda Zitate uber die Sinne
Angenommen, wir hätten gestern Nacht ein köstliches Dessert gegessen, zum Beispiel Payasam (ein wunderbares indisches Dessert aus Milch, Reis und Zucker). Weil es so schmackhaft und schön war, waren wir sehr glücklich. Aber wenn man uns ein fades Gericht ohne Zucker und Gewürze serviert hätte, hätten wir es nicht so köstlich gefunden und wären nicht glücklich gewesen. Der Jnani hingegen ist glücklich, egal wie es schmeckt. Der Jnani kümmert sich nicht um den Geschmack des Essens. Der Jnani isst etwas, und er ist weder glücklich noch unglücklich. Das ist der Unterschied. Bei uns erleben wir alles nach unseren Vorlieben und Abneigungen, nach unserem „Tun“; wir sind an die Sinne gebunden. Der Jnani hat dieselben Geschmacksknospen wie wir, aber ohne Anhaftung an den Geschmack.
Obwohl die Gopis gehorcht hatten, hatten sie dennoch viel Zweifel. Wie konnte sich der Fluss teilen, wenn das, was sie sagten, nicht wahr war? Die Antwort ist: Es war alles eine Frage des „Handelnden“ (doership). Wenn dein Geist sagt: „Ich habe es getan“, dann musst du das Ergebnis deiner Handlung empfangen. Doch bedenke: Es ist entscheidend zu verstehen, dass „doership“ von innen kommt – nicht dadurch, dass man es mit dem Mund ausspricht. Wenn man den Zustand der Erkenntnis hat, dass alles Werk vom Körper und den Sinnen getan wird, ist man frei von den Folgen.
Das ist der Zustand eines Weisen: sehen, ohne zu schauen; essen, ohne zu schmecken; berühren, ohne zu fühlen. Die Sinne arbeiten, doch es gibt keine Anhaftung an sie.
