Ramakrishna Zitate uber Brahman
Was Brahman ist, kann nicht beschrieben werden. Alle Dinge in der Welt—die Veden, die Puranas, die Tantras, die sechs Systeme der Philosophie—sind befleckt, wie Nahrung, die die Zunge berührt hat, denn sie wurden von der Zunge gelesen oder ausgesprochen. Nur eines ist auf diese Weise nicht befleckt: Brahman. Niemand hat je sagen können, was Brahman ist.
Richtige Unterscheidung gibt es in zwei Arten: analytisch und synthetisch. Die erste führt von den Erscheinungen zum Absoluten Brahman; durch die zweite erkennt man, wie das Absolute Brahman als Universum erscheint.
Die alten Rishis erlangten die Erkenntnis von Brahman. Man kann sie nicht haben, solange noch die geringste Spur von Weltlichkeit vorhanden ist. Wie hart haben die Rishis gearbeitet! Früh am Morgen gingen sie weg aus dem Asketenhaus und verbrachten den ganzen Tag in Einsamkeit und meditierten über Brahman. In der Nacht kehrten sie zurück und aßen ein wenig Obst oder Wurzeln. Sie hielten ihren Geist fern von den Objekten des Sehens, Hörens, Tastens und von anderen Dingen weltlicher Art. Nur so erkannten sie Brahman als ihr eigenes inneres Bewusstsein.
Brahman ist jenseits von Geist und Sprache, jenseits von Konzentration und Meditation, jenseits des Erkennenden, des Erkannten und des Wissens—sogar jenseits der Vorstellung vom Wirklichen und Unwirklichen. Kurz: Es ist jenseits aller Relativität.
Verschiedene Menschen rufen [Gott] mit verschiedenen Namen an: die einen als Allah, die anderen als Gott, und wieder andere als Krishna, Siva und Brahman. Es ist wie das Wasser in einem See. Die einen trinken es an einem Ort und nennen es „jal“, die anderen an einem anderen Ort und nennen es „pani“, und wieder andere an einem dritten Ort und nennen es „water“. Die Hindus nennen es „jal“, die Christen „water“, die Muslime „pani“. Aber es ist ein und dasselbe.
