Denk daran: Du bist nicht so elend, wie du dich selbst gemacht hast. Du bist auch Gott. Und wenn du diese beständige Gewahrsein-Praxis in dir pflegst, hilft es dir, dich vor falschen Anhaftungen zu bewahren – davor, dich mit deinem Körper, Geist und deinen Sinnen zu identifizieren. Darum musst du dir sagen: „Körper, Geist und Sinne sind mein – aber sie sind nicht ich. Denn ich bin dieses ewige Feuer, das nicht dem Wandel, dem Tod und dem Verfall unterliegt.“ Dieses Gewahrsein soll immer bei dir sein.
Wenn die Sinne gut kontrolliert und vom Kontakt mit den Objekten der Welt zurückgezogen sind, dann erzeugen Sinneswahrnehmungen keine Bilder mehr im Geist. Der Geist wird dann in Einspitzigkeit geschult. Wenn der Geist keine Gedankenmuster mehr aus dem Unbewussten heraufholt, führt ein ausgeglichener Zustand des Geistes zu einem höheren Zustand des Bewusstseins. Ein vollkommenes, in Sattva gegründetes Maß an Gelassenheit ist der höchste Zustand der Erleuchtung. Die Praxis der Meditation und der Nicht-Anhaftung sind die beiden Leitnoten. Eine sehr feste Überzeugung ist wesentlich, um eine bestimmte Lebensphilosophie zu begründen.
Es ist unmöglich, das zu verstehen, was existiert, durch Schlussfolgerungen oder intellektuelle Debatten. Absolute Wahrheit lässt sich nicht wissenschaftlich beweisen, weil sie nicht beobachtet, verifiziert oder durch Sinneswahrnehmungen demonstriert werden kann. (…) Deshalb können Wissenschaftler zu keiner objektiven Schlussfolgerung über die Unsterblichkeit der Seele und das Leben nach dem Tod kommen – und ohnehin könnte sie nichts überzeugen. (…) Die objektive Welt ist nur die Hälfte des Universums. Was wir durch unsere Sinne wahrnehmen, ist nicht die Welt in ihrer Gesamtheit. Die andere Hälfte – die den Geist, Gedanken und Gefühle einschließt – lässt sich nicht durch Sinneswahrnehmungen äußerer Dinge erklären. (…) Die Seele wurde nicht erschaffen. Sie ist ihrem Wesen nach Bewusstsein und vollkommen. Nach der Auflösung des grobstofflichen Körpers bleibt alles latent. Die Seele überlebt.