Ohne Selbsterkenntnis, ohne Verständnis für das Wirken und die Funktionen seiner „Maschine“ kann der Mensch nicht frei sein. Er kann sich nicht selbst regieren und bleibt immer ein Sklave.
Liebe ohne Wissen ist dämonisch.
Wissen allein schenkt kein Verstehen. Auch wird Verstehen nicht allein durch mehr Wissen größer. Verstehen hängt davon ab, wie Wissen mit dem Sein in Beziehung steht … Es zeigt sich erst, wenn ein Mensch fühlt und wahrnimmt, was damit verbunden ist.
Die Menge will weder Wissen haben noch sucht sie es. Und die Anführer der Menge versuchen in ihrem eigenen Interesse, ihre Angst und ihre Abneigung gegen alles Neue und Unbekannte zu stärken. Die Sklaverei, in der die Menschheit lebt, beruht auf dieser Angst.
Nimm das Verstehen des Ostens und das Wissen des Westens – und dann suche.
Wir müssen nach Freiheit streben, wenn wir nach Selbstwissen streben. Die Aufgabe des Selbstwissens und der weiteren Selbstentwicklung ist von solcher Bedeutung und Ernsthaftigkeit, dass sie eine solche Intensität der Anstrengung verlangt, dass man sie nicht „irgendwie“ versuchen kann – und schon gar nicht nebenbei. Wer diese Aufgabe übernimmt, muss sie an die erste Stelle seines Lebens setzen. Und zwar so, dass es nicht so lange ist, dass man es mit Kleinigkeiten vergeuden könnte.
Die alte Kunst hat einen bestimmten inneren Gehalt. Einst hatte Kunst denselben Zweck wie Bücher in unserer Zeit: Wissen zu bewahren und zu übermitteln. Früher schrieben die Menschen keine Bücher—sie brachten ihr Wissen in Werken der Kunst zum Ausdruck. In den überlieferten Werken alter Kunst finden wir sehr viele Ideen, die an uns weitergegeben wurden—wenn wir nur wüssten, wie man sie liest.