Unser menschliches Wissen ist eine Kerze, die auf einem dunklen Altar verbrannt wird—vor einer Sonne-weit entfernten Wahrheit.
Inspiration ist ein schmaler Fluss von Helligkeit, der aus einem weiten und ewigen Wissen aufspringt; sie übersteigt den Verstand noch vollkommener, als der Verstand das Wissen der Sinne übersteigt.
Wenn wir über das Wissen hinausgegangen sind, dann werden wir Wissen haben.
Was Menschen „Wissen“ nennen, ist die vernünftige Zustimmung zu falschen Erscheinungen. Weisheit schaut hinter den Schleier und sieht.
Das Bewusstsein des Sehers ist eine größere Kraft für Erkenntnis als das Bewusstsein des Denkers. Die Wahrnehmungskraft des inneren Sehens ist größer und unmittelbarer als die Wahrnehmungskraft des Denkens.
Im Herzen des Schlafes gibt es Wissen.
Wissen tastet sich voran, doch es trifft nicht das Antlitz der Weisheit.
Wahres Wissen wird nicht durch Denken erlangt. Es ist, was du bist; es ist, was du wirst.
Das psychische Wesen und das mentale Wesen – Manomaya Purusha – sind nicht dasselbe. Das psychische Wesen liegt hinter dem Geist; das ist das, was die Menschen im Westen „Seele“ nennen. Es interessiert sich für die Bewegungen des Geistes und des Vitalen nur dann, wenn zwischen diesen Bewegungen und der Wahrheit darüber Harmonie besteht. Das Wissen des psychischen Wesens ist tiefer.
Die Sprache der Veden selbst ist sruti: ein Rhythmus, der nicht vom Verstand komponiert ist, sondern gehört wird—ein göttliches Wort, das aus dem Unendlichen in das innere Ohr des Menschen schwingt, der sich zuvor für das unpersönliche Wissen bereit gemacht hat.
Liebe ist der Grundton, Freude ist die Musik, Wissen ist der Ausführende, das Unendliche All ist der Komponist und das Publikum.
Nicht nur ein wahreres Wissen, sondern auch eine größere Kraft kommt einem in der Stille und im Schweigen eines Geistes, der nicht an der Oberfläche aufschäumt, sondern in seine eigenen Tiefen gehen und zuhören kann.
Die wichtigste Frage unserer Zeit ist, ob der künftige Fortschritt der Menschheit vom modernen wirtschaftlichen und materialistischen Denken des Westens gelenkt werden soll – oder von einer edleren Pragmatik, die von spiritueller Kultur und Wissen geführt, erhoben und erleuchtet wird.
Die Seher des alten Indien hatten in ihren Experimenten und Bemühungen zur spirituellen Schulung und zur Bezwingung des Körpers eine Entdeckung vollendet, die – in ihrer Bedeutung für die Zukunft des menschlichen Wissens – sogar die Weissagungen von Newton und Galileo in den Schatten stellt. Selbst die Entdeckung der induktiven und experimentellen Methode in der Wissenschaft war nicht bedeutsamer.
Später habe ich gelernt: Wenn die Vernunft stirbt, wird Weisheit geboren. Vorher hatte ich nur Wissen.