Shunryu Suzuki Zitate uber die Natur
Wer frei anerkennen kann, dass das Leben voller Schwierigkeiten ist, kann frei sein – denn er erkennt die Natur des Lebens an: dass es nicht viel anderes sein kann.
Die Praxis des Zen-Geistes ist der Geist des Anfängers. Die Unschuld der ersten Untersuchung—„Wer bin ich?“—wird während der gesamten Zen-Praxis benötigt. Der Geist des Anfängers ist leer, frei von den Gewohnheiten des Experten; bereit, anzunehmen, zu zweifeln und offen zu sein für alle Möglichkeiten. Es ist eine Art Geist, die Dinge so sehen kann, wie sie sind, und die Schritt für Schritt und im selben Augenblick die ursprüngliche Natur von allem verwirklicht.
Während du diese Praxis fortsetzt—Woche für Woche, Jahr für Jahr—wird deine Erfahrung immer tiefer werden, und deine Erfahrung wird alles umfassen, was du im Alltag tust. Das Wichtigste ist, alle Gedanken an Gewinn aufzugeben, alle dualistischen Gedanken. Mit anderen Worten: Übe einfach Zazen in einer bestimmten Haltung. Denke an nichts. Bleib einfach auf deinem Kissen, ohne etwas zu erwarten. Dann wird sich schließlich deine wahre Natur wieder einstellen. Das heißt: deine wahre Natur nimmt wieder ihren Platz ein.
Es muss offensichtlich sein … dass ein Widerspruch darin liegt, vollkommen sicher sein zu wollen in einem Universum, dessen Wesen selbst Vergänglichkeit und Fluss ist.
Das Verbeugen ist eine sehr ernste Praxis. Du solltest bereit sein, dich zu verbeugen – sogar in deinem letzten Augenblick. Auch wenn es unmöglich ist, unsere selbstbezogenen Begierden loszuwerden, müssen wir es tun. Unsere wahre Natur will es von uns.
Der Punkt, den wir betonen, ist ein starker Glaube an unsere ursprüngliche Natur.
Du willst deine bösen Begierden beseitigen, um deine Buddha-Natur zu offenbaren—aber wohin würdest du sie wegwerfen?
Die Praxis des Zazen ist der unmittelbare Ausdruck unserer wahren Natur. Streng genommen gibt es für den Menschen keine andere Praxis als diese; keinen anderen Lebensweg als diesen.
Glaube ist ein Zustand der Offenheit oder des Vertrauens… Mit anderen Worten: Wer in religiösen Dingen fanatisch ist und an bestimmte Vorstellungen über das Wesen Gottes und des Universums klammert, der hat eigentlich keinen Glauben. Er hält nur fest. Die Haltung des Glaubens aber ist: loslassen und offen werden für die Wahrheit – wie sie auch immer sich zeigen mag.
Der Zen-Weg der Kalligraphie besteht darin, auf die einfachste und direkteste Weise zu schreiben—als wärst du Anfänger. Du versuchst nicht, etwas Geschicktes oder Schönes zu machen. Du schreibst einfach mit voller Aufmerksamkeit, als würdest du entdecken, was du zum ersten Mal schreibst. Dann wird deine ganze Natur in deinem Schreiben gegenwärtig.
