Ein Meister des Kriya Yoga bezwingt den Tod, indem er die Seele über die Identifikation mit dem physischen Körper hinausführt – bewusst und nach eigenem Willen. Dann kehrt er wieder in das Bewusstsein der sterblichen Form zurück. Durch diesen Prozess erlebt er den Körper als bloßes materielles Wohnhaus der Seele. So lange er will, kann er darin bleiben; und nachdem der Körper seinen Nutzen erfüllt hat, kann er ihn nach Belieben verlassen, ohne körperlichen Schmerz oder geistigen Schmerz durch Anhaftung – und in sein allgegenwärtiges Zuhause in Gott eingehen.
Durch jede Prüfung wachsen wir. Alles Leiden, das wir erfahren, hat eine Bedeutung. Auch wenn es sehr grausam wirkt, ist es wie das Feuer, das Eisenerz schmilzt: Der Stahl, der aus diesem Ofen hervorgeht, ist wunderschön stark und für viele Zwecke nützlich.
Lord Krishna… verkündet die Selbstverwirklichung, wahre Weisheit, als die höchste Stufe allen menschlichen Wissens – den König aller Wissenschaften, das eigentliche Wesen des Dharma („Religion“) – denn nur sie entwurzelt dauerhaft die Ursache von des Menschen dreifachem Leiden und offenbart ihm seine wahre Natur des Glückseligen. Selbstverwirklichung ist Yoga, die „Einheit“ mit der Wahrheit – die unmittelbare Schau oder Erfahrung der Wahrheit durch die allwissende intuitive Kraft der Seele.
Nicht materieller Mangel, sondern spirituelle Armut liegt dem ganzen menschlichen Leid zugrunde.
Der Besitz materieller Reichtümer ohne inneren Frieden ist wie vor Durst zu sterben, während man in einem See badet. Wenn materielle Armut vermieden werden soll, dann muss geistige Armut verabscheut werden. Denn geistige Armut – nicht der Mangel an Materiellem – liegt im Kern allen menschlichen Leidens.