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Zitate uber die Zeit von George Gurdjieff

  • Der Mensch hat kein einzelnes „Ich“. Stattdessen gibt es Hunderte und Tausende getrennter kleiner „Ichs“ – sehr oft völlig unbekannt füreinander, entweder ohne Kontakt zueinander oder einander feindlich, einander ausschließend und unvereinbar. Jede Minute, jeder Augenblick sagt der Mensch oder denkt: „Ich“. Und jedes Mal ist dieses „Ich“ ein anderes. Gerade eben war es ein Gedanke, nun ist es ein Verlangen, jetzt ein Gefühl, dann wieder ein anderer Gedanke – und so endlos. Der Mensch ist eine Vielheit. Der Name des Menschen ist Legion.
  • Ein Mensch muss zuerst bestimmte Dinge verstehen. Er hat tausend falsche Vorstellungen und falsche Begriffe—vor allem über sich selbst—und er muss einige davon loswerden, bevor er beginnt, etwas Neues zu erwerben. Sonst wird das Neue auf einem falschen Fundament gebaut, und das Ergebnis wird schlimmer sein als zuvor. Die Wahrheit zu sagen ist das Schwierigste in der Welt. Man muss lange und gründlich studieren, um die Wahrheit zu sagen. Der bloße Wunsch allein reicht nicht. Um die Wahrheit zu sagen, muss man wissen, was die Wahrheit ist und was eine Lüge ist—und zuerst in sich selbst. Doch das will niemand wissen.
  • Nichts kann ohne Leiden erreicht werden, aber zugleich muss man damit beginnen, das Leiden zu opfern.
  • Erwachen ist nur für jene möglich, die danach suchen und es wollen: für jene, die bereit sind, lange und beharrlich mit sich selbst zu ringen und an sich selbst zu arbeiten, um es zu erreichen.
  • Die alte Kunst hat einen bestimmten inneren Gehalt. Einst hatte Kunst denselben Zweck wie Bücher in unserer Zeit: Wissen zu bewahren und zu übermitteln. Früher schrieben die Menschen keine Bücher—sie brachten ihr Wissen in Werken der Kunst zum Ausdruck. In den überlieferten Werken alter Kunst finden wir sehr viele Ideen, die an uns weitergegeben wurden—wenn wir nur wüssten, wie man sie liest.