In der Natur steht nichts still; alles pulsiert, erscheint und verschwindet. Herz, Atem, Verdauung, Schlaf und Wachsein – Geburt und Tod – alles kommt und geht in Wellen. Rhythmus, Periodizität, harmonisches Wechselspiel der Gegensätze ist die Regel. Es bringt nichts, gegen genau dieses Muster des Lebens zu rebellieren.
Ich bin bereits tot. Der körperliche Tod macht in meinem Fall keinen Unterschied. Ich bin ein zeitloses Wesen. Ich bin frei von Verlangen und Angst, weil ich mich nicht an die Vergangenheit erinnere und mir die Zukunft nicht ausdenke. Wo es keine Namen und Gestalten gibt—wie könnten da Verlangen und Angst sein? Mit Verlangenlosigkeit kommt Zeitlosigkeit. Ich bin sicher, denn was nicht ist, kann das, was ist, nicht berühren. Du fühlst dich unsicher, weil du Gefahr erdachst. Natürlich ist dein Körper an sich komplex und verwundbar und braucht Schutz. Aber nicht du. Sobald du dein unerschütterliches Sein erkennst, wirst du im Frieden sein.
Das wahre Du ist zeitlos und jenseits von Leben und Tod.
Sobald du dein wahres Sein kennst, hast du keine Angst vor nichts. Der Tod schenkt Freiheit und Kraft. Um in der Welt frei zu sein, musst du der Welt sterben. Dann ist das Universum dein Eigen; es wird zu deinem Leib—ein Ausdruck und ein Werkzeug. Die Glückseligkeit, absolut frei zu sein, ist nicht zu beschreiben.
Was erreicht wurde, kann wieder verloren gehen. Nur wenn du die wahre Ruhe erkennst—die Ruhe, die du nie verloren hast—wird diese Ruhe bei dir bleiben, denn sie war nie fort. Suche nicht nach dem, was du nicht hast—finde heraus, was es ist, das du nie verloren hast. Das, was vor dem Anfang und nach dem Ende von allem da ist: Zu Dem gibt es keine Geburt und keinen Tod. Diese Unbeweglichkeit, die nicht von der Geburt und dem Tod eines Körpers oder eines Geistes beeinflusst wird—diese Stufe musst du wahrnehmen.
Du magst hundert Tode sterben, ohne dass die geistige Unruhe eine Pause macht. Oder du behältst deinen Körper und stirbst nur im Geist. Der Tod des Geistes ist die Geburt der Weisheit.
Für mich wird der Augenblick des Todes ein Moment der Jubelstimmung sein – nicht der Angst. Ich habe geweint, als ich geboren wurde, und ich werde lachend sterben.