Meditation ist nicht Sitzen und Zappeln, Tagträumen, Sorgen oder Fantasieren. Sie bedeutet: das eigene Denken beobachten—ruhig und gelassen. Ruhige Beobachtung macht den Geist selbst ruhiger. Die Ruhe des Geistes schafft Kraft, immer tiefer in die Schichten der Samskaras vorzudringen—in all die verborgenen Erinnerungen und Eindrücke, die täglich unsere Gewohnheiten und Persönlichkeiten auslösen. Doch wenn man ruhig und sehr still zu den Samskaras geht und sie beobachtet, werden sie verbrannt; sie steigen an die Oberfläche und verflüchtigen sich. Das ist der Prozess der Läuterung. Es ist eine sehr kraftvolle Praxis und eine wesentliche. Meditation ist die genaue Methode, um sich dessen bewusst zu werden, wer du bist. Sie ist die grundlegende Ausbildung, um deine innere Welt zu erkennen.
Die Anwendung von Sushumna ist der wichtigste Faktor in der spirituellen Praxis. Sobald Sushumna erwacht, sehnt sich der Geist danach, in die innere Welt einzutreten. Wenn der Fluss von Ida und Pingala in Richtung Sushumna gelenkt wird und dadurch Ablenkungen entfernt werden, fließt die Meditation von selbst.
In meiner Praxis, wenn alle Gedanken durch den Geist gegangen sind, dann setze ich mich hin und beginne, mich an mein Mantra zu erinnern. Üblicherweise versuchst du, dein Mantra schon ganz von Anfang an zu erinnern, und doch warten da Gedanken, die auf deine Aufmerksamkeit warten. Du aber achtest nicht auf sie. Dann kommen die Gedanken und gehen, und du versuchst, dein Mantra zu wiederholen. Und je mehr Gedanken kommen, desto öfter wiederholst du dein Mantra—und das Ergebnis ist ein innerer Kampf. Das ist nicht hilfreich; du brauchst das nicht.
Du musst deine eigene Lampe anzünden. Niemand wird dir Erlösung geben. Ich spreche von Erleuchtung. Jeder Einzelne trägt die Verantwortung, sich selbst zu erleuchten. Denk nicht, dass du es nicht kannst. Du hast diesen Funken. Du bist vollständig ausgestattet. Du brauchst dich nur zu disziplinieren. Disziplin ist kein Gefängnis. Sie bedeutet schlicht Übung.
Wenn du deine Praxis tust, ist es nicht möglich, dass du keinen Fortschritt machst – auch wenn du oft den feinen Fortschritt auf tieferen Ebenen nicht siehst. Die Gurus vermitteln das Beste ihrer Erkenntnis, das Herz ihrer Lehre, in Stille. Und wenn du in dir selbst in Stille bist, kommunizieren sie mit dir auf dieser Ebene. Übe deine Praktiken, wenn du Fortschritt machen willst.
Wenn die Sinne gut kontrolliert und vom Kontakt mit den Objekten der Welt zurückgezogen sind, dann erzeugen Sinneswahrnehmungen keine Bilder mehr im Geist. Der Geist wird dann in Einspitzigkeit geschult. Wenn der Geist keine Gedankenmuster mehr aus dem Unbewussten heraufholt, führt ein ausgeglichener Zustand des Geistes zu einem höheren Zustand des Bewusstseins. Ein vollkommenes, in Sattva gegründetes Maß an Gelassenheit ist der höchste Zustand der Erleuchtung. Die Praxis der Meditation und der Nicht-Anhaftung sind die beiden Leitnoten. Eine sehr feste Überzeugung ist wesentlich, um eine bestimmte Lebensphilosophie zu begründen.
Das erste Prinzip, um das Stillsein zu lernen, ist regelmäßige Praxis; das zweite ist Geduld; das dritte ist Beobachtung; das vierte ist Analyse.
Sorgfältige Wachsamkeit und Beobachtung führen den Schüler dazu, die kommenden Gedanken aus dem unbewussten Geist zu studieren. Die Yogis erinnern alle ihre Samskaras, beobachten sie, prüfen sie und wählen sie sogar aus und verwerfen sie je nach Bedarf. Diese Gedankenmuster, die störend sind, werden von den Yogis zurückgewiesen; die hilfreichen werden gestärkt. Eine tiefe Untersuchung dieser drei Zustände—Wachen, Träumen und Schlafen—zeigt, dass man mit Hilfe und Übung des Yoga Nidra über alle Ebenen des Unbewussten hinausgehen kann.
Wenn du das Leben wirklich genießen und glücklich sein willst, lerne die Praxis und verstehe die Philosophie der Nicht-Anhaftung.
Die schönste Person ist die, die stets von Freude erfüllt ist und sich in dieser Freude bewegt. Solche Bewegungen machen einen zu einem großen Tänzer. Lerne, diesen Tanz zu üben.
Wenn du übst, wirst du es erfahren—und diese Erfahrung wird dich leiten.