Fesselung und Befreiung sind allein Sache des Geistes.
Mach deine Meditation zu einem fortdauernden Zustand des Geistes. Eine große Verehrung geschieht die ganze Zeit – daher darf nichts in deiner beständigen meditativen Gewahrheit vernachlässigt oder ausgeschlossen werden.
Durch den Geist ist man gebunden; durch den Geist ist man frei. … Wer mit fester Überzeugung behauptet: „Ich bin nicht gebunden, ich bin frei“, wird frei.
Bhakti ist das eine Wesentliche. Gewiss: Gott ist in allen Wesen. Wer ist dann ein Verehrer? Der, dessen Geist bei Gott verweilt. Doch das ist nicht möglich, solange man Egoismus und Eitelkeit hat. Das Wasser der göttlichen Gnade kann sich nicht auf dem hohen Hügel des Egoismus sammeln—es läuft hinab.
Wohne, o Geist, in dir selbst; geh in kein anderes Haus. Wenn du dort nur suchst, wirst du finden, wonach du suchst: alles, was du bist. Gott, der wahre Stein der Weisen des Philosophen, der jede Bitte beantwortet, liegt tief verborgen in deinem Herzen – das reichste Juwel von allen. Wie viele Perlen und kostbare Steine sind ringsum verstreut im äußeren Hof, der vor der Kammer deines Herzens liegt!
Die alten Rishis erlangten die Erkenntnis von Brahman. Man kann sie nicht haben, solange noch die geringste Spur von Weltlichkeit vorhanden ist. Wie hart haben die Rishis gearbeitet! Früh am Morgen gingen sie weg aus dem Asketenhaus und verbrachten den ganzen Tag in Einsamkeit und meditierten über Brahman. In der Nacht kehrten sie zurück und aßen ein wenig Obst oder Wurzeln. Sie hielten ihren Geist fern von den Objekten des Sehens, Hörens, Tastens und von anderen Dingen weltlicher Art. Nur so erkannten sie Brahman als ihr eigenes inneres Bewusstsein.
Nur jenes Wissen, das Geist und Herz reinigt, ist wahres Wissen; alles andere ist nur eine Verneinung von Wissen.
Brahman ist jenseits von Geist und Sprache, jenseits von Konzentration und Meditation, jenseits des Erkennenden, des Erkannten und des Wissens—sogar jenseits der Vorstellung vom Wirklichen und Unwirklichen. Kurz: Es ist jenseits aller Relativität.
Es ist der Geist, der einen weise oder unwissend macht—gebunden oder befreit.
Was mich betrifft, so sehe ich alle Frauen als meine Mutter. Das ist eine sehr reine Haltung des Geistes. Es gibt darin kein Risiko und keine Gefahr. Eine Frau als Schwester zu betrachten, ist ebenfalls nicht schlecht. Doch die anderen Haltungen sind sehr schwierig und gefährlich. Es ist beinahe unmöglich, die Reinheit des Ideals zu bewahren.
Gebundenheit ist Sache des Geistes; Freiheit ist ebenfalls Sache des Geistes. Wenn du sagst: „Ich bin eine freie Seele. Ich bin ein Sohn Gottes, der mich binden kann“—dann wirst du frei werden.